Bernhard Wessling

Konventionelle Lebensmittel: Gesundheitlich schädliche Chemikalien (PFAS) sammeln sich im Körper an;
Quellen dafür sind die Pestizide

Studie:

Polyflorierte Chemikalien in Haferflocken (Müsli, Corn-Flakes)

Eine neue Studie (Dez. 2025) ergab, dass 54 von 66 Proben getreidebasierter Lebensmittel aus ganz Europa TFA (Trifluoressigsäure, eine hochpersistente Chemikalie mit hoher Reproduktionstoxizität und ein Abbauprodukt von PFAS-Chemikalien) enthielten.1 Die durchschnittliche Konzentration betrug 78,9 µg/kg, wobei der Höchstwert sogar bei 360 µg/kg lag. In allen diesen 54 Proben überschreitet TFA den Rückstandshöchstwert von 10 µg/kg für Wirkstoffe, die als reproduktionstoxisch der Klasse 1B eingestuft sind.2

Wie kommt es, dass das PFAS-Abbauprodukt in Getreide auftaucht? Nun, die meisten modernen Pestizide enthalten eine oder mehrere PFAS-Verbindungen3, um eine längere Verweildauer über der Erde zu erreichen und zu verhindern, dass sie durch Regen zu schnell in den Boden gespült werden. Der Bericht stellt fest: „Fast ein Viertel aller konventionellen Pestizidwirkstoffe in den USA waren Organofluorverbindungen, und 14 % waren PFAS.“ Daher haben Pestizide nicht nur negative Auswirkungen auf Nichtzielorganismen4 (sind also jeweils schwiegend toxisch gegenüber sehr viel mehr Insekten und Pflanzen, als sie angeblich selektiv betreffen), sondern sind auch eine der Hauptquellen für eine weit verbreitete und extrem persistente ökotoxische Klasse von Chemikalien.

Die konventionelle Landwirtschaft ist nach wie vor die schwerste Ursache für das beschleunigte Artensterben; nun ist noch etwas hinzugekommen: Sie verbreitet also auch extrem langlebige ökotoxische Stoffe in der Umwelt, die in massiv erhöhter Konzentration in Getreideprodukten mit der Nahrung aufgenommen werden.

Dies erfordert einen grundlegenden Umdenkprozess und eine Abkehr von der konventionellen Landwirtschaft hin zu einer wirklich ökologischen Landwirtschaft, in der gar keine Pestizide verwendet werden.

siehe auch: Kattendorfer hof – Nachhaltigkeit in Zahlen

—-

1   Ronnet, P., Roynel, S., Unseen and Unregulated: TFA, the ‘forever chemical’ in Europe’s Cereals Report 4. Dez. 2025, https://www.pan-europe.info/resources/reports/2025/12/unseen-and-unregulated-tfa-%E2%80%98forever-chemical%E2%80%99-europe%E2%80%99s-cereals

3   Donley N, Cox C, Bennett K, Temkin AM, Andrews DQ, Naidenko OV. Forever Pesticides: Eine wachsende Quelle der PFAS-Kontamination in der Umwelt. Environ Health Perspect. Juli 2024;132(7):75003. https://doi.org/10.1289/EHP13954

4   Wan, N.-F. et al., “Pesticides have negative effects on nontarget organisms“ Nature Communications (2025) 16:1360, https://doi.org/10.1038/s41467-025-56732-x

Bernhard Wessling